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NY: Times Square wegen Kühltasche evakuiert

Samstag, Mai 8th, 2010

Eine harmlose Kühltasche hat am Freitag für Aufregung am New Yorker Times Square gesorgt. Knapp eine Woche nach dem gescheiterten Autobombenanschlag auf den wohl belebtesten Platz der USA war der Times Square wegen des verlassenen Kastens für etwa eine Stunde erneut evakuiert worden. Feuerwehr und Bombenexperten waren im Einsatz, letztlich konnte aber doch Entwarnung gegeben werden: In der Kühltasche waren nur Wasserflaschen.

Am frühen Nachmittag (Ortszeit) war die Tasche vor einem Hotel gefunden worden. Die Polizei sperrte den Fundort weiträumig ab, auch die Feuerwehr war alarmiert. Der Verkehr wurde umgeleitet, für Fußgänger war an gelben Absperrbändern Schluss. Allerdings wurden diesmal nicht die umliegenden Gebäude evakuiert.

Entwarnung nach Öffnung der Box
Die Polizei setzte einen Roboter ein, der die Tasche röntge und, weil das ohne Ergebnis blieb, öffnete. Bald darauf konnte Entwarnung gegeben werden.

Das verdächtige Paket wurde an der Ecke entdeckt, wo die 46. Straße auf den Broadway trifft. Nur Schritte entfernt stand am Samstag der Geländewagen, der mit Gasflaschen und Benzinkanistern zu einer Autobombe umgebaut worden war. Der Zünder funktionierte jedoch nicht, niemand kam zu Schaden. Der Täter, ein gebürtiger Pakistani mit US-Pass, wurde zwei Tage später gefasst.

Hunderte verdächte Pakete pro Woche
Der Times Square als berühmtester Teil des Broadways wird täglich von Hunderttausenden New Yorkern und Touristen frequentiert. In New York gehen täglich knapp 100 Meldungen über verdächtige Pakete ein.

Arschhänger Hosen sind OUT! N.Y. macht mobil

Freitag, Mai 7th, 2010

New York (apn) Eric Adams hält nicht viel von tiefsitzenden Hosen, deren Bund weit unter der Hüfte hängt. Auf Werbeplakaten und in einem YouTube-Video verbreitet der Senator aus dem US-Staat New York seine Botschaft: «Du bekommst mehr Respekt, wenn du deine Hose höher ziehst.» Wer tief hängende «Baggy Pants» trage, habe einfach ein schlechtes Image, sagt Adams. Und nicht nur Politiker versuchen derzeit, diesen Hosentrend in den USA unpopulär zu machen. Kritisiert wird die Mode, die in den 90ern vor allem durch Rapper verbreitet wurde, in TV-Shows, Stadträten und Schulbeiräten.

Sogar unter Musikern wurde Front gemacht gegen die tiefsitzenden Beinkleider: Anfang des Jahres sang ein Kandidat von «American Idol», der US-Version von «Deutschland sucht den Superstar», einen Song mit dem Titel «Pull your pants up» (»Zieh’ Deine Hosen hoch») – das Video wurde begeistert im Internet angeklickt.

Der schwarze Fernsehstar Bill Cosby sagte 2004 im Rahmen einer Bürgerrechtsveranstaltung, er betrachte das Tragen tiefsitzender Hosen als einen Fehltritt junger Schwarzer. Selbst US-Präsident Barack Obama prangerte im Wahlkampf 2008 die Mode an. «Manche Leute wollen vielleicht nicht Deine Unterhosen sehen. Ich bin einer von ihnen», sagte der damalige Präsidentschaftskandidat dem TV-Sender MTV.

In manchen US-Schulen sind strengere Kleiderordnungen eingeführt worden, damit Schüler ihre Hosen höher ziehen. In Dallas gab es bereits 2007 Werbeplakate gegen die lockere Hosenmode. Mancherorts wurde sogar schon darüber nachgedacht, «Baggy Pants» gesetzlich zu verbieten. Allerdings gab es immer wieder Bedenken bezüglich der Rechtmäßigkeit einer solchen Regelung.

Empörung in der U-Bahn

Trotz aller Bemühungen hat die Hosenmode bislang überlebt, und Senator Adams will nun entschieden dagegen vorgehen. Seinen Entschluss fasste er vor einigen Monaten nach einer Fahrt mit der U-Bahn. Einer der Fahrgäste trug äußerst tiefsitzende Hosen. «In der Bahn haben alle Menschen diesen Mann angestarrt und mit dem Kopf geschüttelt. Und keiner hat etwas dagegen gesagt», empörte sich der Senator jüngst in einem Interview.

Adams, ein ehemaliger Polizist, hat daher 2.000 Dollar (1.500 Euro) aus seiner Wahlkampfkasse in Werbeplakate gegen die kontroverse Hosenmode investiert. In einem YouTube-Video zeigt er rassistische Karikaturen von Schwarzen und Bilder von tiefsitzenden Hosen. Adams, selbst ein Schwarzer, will damit zum Ausdruck bringen, dass die «Baggy Pants» beunruhigende Klischees und Vorurteile nähren.

«Ich finde, es gibt gerade wichtigere Dinge»

Die tiefsitzenden Hosen gingen auf eine Praxis an US-Gefängnissen zurück, Häftlingen den Gürtel abzunehmen, sagt der Mode-Dozent Mark-Evan Blackman vom New Yorker Fashion Insitute of Technology. Ursprünglich hätten junge Männer versucht, sich mit dem Look einer Gefängniskluft Respekt auf der Straße zu verschaffen. Mittlerweile hat sich der Hosentrend auch auf die Vorstädte der Mittelschicht ausgebreitet. Das geht so weit, dass Blackman seine Mode-Studenten häufig bitten muss, den Hosenbund etwas höher zu ziehen.

Die Werbeaktion von Senator Adams wird aber nicht überall begrüßt: «Ich finde, es gibt gerade wichtigere Dinge, als dass bei jemandem die Hose tief sitzt», sagt der 27-jährige James Scott aus Brooklyn – dessen Hose ungezwungen niedrig auf den Hüften hängt.

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