Lena Meyer-Landrut ist längst zu einem Medienphänomen erster Güteklasse mutiert. Bereits mit ihren ersten drei Singles, Satellite, Love Me und Bee, schrieb Deutschlands berühmteste Abiturientin, die jetzt nur noch Lena heißt, Musik- und Chartgeschichte.
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Lenas Album DELUXE EDITION mit Bonus DVD !! und Kostenloser MP3
Dienstag, Juni 1st, 2010In Lena Meyer-Landrut ‘s Album reinhören !
Freitag, Mai 7th, 2010Lena “My Cassette Player” CD-Kritik und Prelistening!
Vielleicht hatte ja wirklich jemand eine Checkliste? Zumindest sieht das Cover von Lena Meyer-Landruts Debütalbum sehr danach aus, als habe man sich bemüht, alle Insignien des modernen Indiekids auf einem Bild zu versammeln: Sneakers, Jeans, Wollmütze (ein bisschen schief), Kopfhörer (um den Hals) und natürlich der namensgebende “Cassette Player”. Angesichts dieser Darstellung drängen sich allerdings einige Fragen auf: Soll man wirklich glauben, dass eine 18-Jährige heutzutage überhaupt weiß, wie ein Kassettenrekorder funktioniert? Was macht sie mit ihrer Mütze, wenn sie die Kopfhörer benutzen will? Am wichtigsten aber: Wieso klingen die Lieder eines Indiegirls so gleichförmig nach Mainstreampop aus der Werkstatt Raab?
Hier in alle Songs von “My Cassette Player” reinhören!
Eigentlich will man dem Mädchen ja nichts Böses, insbesondere, da Lena sich redlich bemüht, es allen recht zu machen. Der anhaltende Chartserfolg ihrer Single “Satellite” beweist: Die Nation kann nicht genug bekommen von dieser schrägen Person mit ihren immer wieder leicht schrägen Tönen. Und so ist auch ihr Album voller da-capo-Nummern.
Noch einmal “Satellite”, mit dem sie die Castingshow “Unser Star für Osl
o” gewann. Noch einmal das sommerliche “Bee”, noch einmal das atemlos-überdrehte “Love Me” aus der Finalsendung. Noch einmal ihre Version von Adeles “My Same”, noch einmal Jason Mraz’ melancholische Pianoballade “Mr. Curiosity”, mit denen sie in anderen Ausgaben der Show auf sich aufmerksam machte. Nur der Fanfavorit “Foundations”, im Original von Kate Nash, fehlt. Stattdessen ist mit “Not Following” eine Coverversion von Ellie Gouldings Song “Not Following You” enthalten, die sehr nah am Original bleibt. Kein schlechter Tausch, denn Lena muss den Vergleich mit Goulding nicht scheuen: Das Niedliche liegt ihr sehr gut, hier perfekt inszeniert mit Glöckchen und Seufzerchören.
Aber. Die restlichen, die wirklich neuen Songs, die in Zusammenarbeit mit Stefan Raab entstanden, wirken dazwischen größtenteils wie Füllmaterial. Während etwa “My Cassette Player” noch sehr entspannt wirkt, kommen “Caterpillar In The Rain” und “Wonderful Dreaming” eher verschlafen und belanglos daher. Der Rest ist meist funkig angehauchter Mainstreampop nach typischer Raab-Manier, der nicht weiter negativ auffällt – aber eben auch nicht sonderlich positiv.
Lena setzt die Stücke auf ihre Art um, singt gerne auch mal neben der Spur oder übt sich im Sprechgesang. Für “I Like To Bang My Head” etwa hätte man sich schon ein wenig mehr Stimmgewalt gewünscht, wenn auch die Attitüde stimmt. Auf diese Attitüde aber verlässt sich das Album zu oft. Lena darf frech oder niedlich sein, manchmal sogar frech und niedlich. Dass sie vielleicht eine größere Bandbreite bieten könnte, hat sie mit “Mr. Curiosity” schon gezeigt, doch darauf wird nicht aufgebaut. So ist ihr “Cassette Player” eine Mischung aus bereits bekanntem Material, angereichert mit verschenktem Potenzial.
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Quelle: Sabine Metzger / Website Yahoo.de